Intelligent Design? Das ist eines der Ziele der synthetischen Biologie. Auf diesem Gebiet ist ein weiterer Schritt getan. Ein Wissenschaftler-Team um den Gentechnik-Pioneer Craig Venter hat selbst hergestelltes Erbgut in eine Zelle eingepflanzt. Dadurch wurde erstmals ein lebensfähiges Bakterium mit vollständig künstlichem Erbgut geschaffen.

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Herstellung von künstlichen Leben durch Menschen ist erreicht. Die Wissenschaftler haben noch nicht ein komplett neues Lebewesen geschaffen, weil ja nur das Erbgut künstlich hergestellt wurde. Aber wenn man so will ist die nächste Generation eigentlich schon künstliches Leben, weil dieses ja aus künstlich geschaffenem Erbgut hervor gegangen ist. Und auf dem Weg zur Schöpfung eines vollständig künstlichen Lebewesens ist man einen weiteren wichtigen Schritt voran gekommen.
Die Anwendungen sind unübersehbar, weil wir dadurch Organismen dazu bringen können, genau das zu tun, was wir wollen. Bakterien könnten maßgeschneiderte Impfstoffe erzeugen, Dieselkraftstoff herstellen, Ölteppiche auf Ozeanen abbauen, Kohlendioxid aufnehmen, sowie weitere ungeahnte Möglichkeiten. Es gibt sogar erste Gedankenexperimente das Mammut (70% der DNA bekannt) oder den Neandertaler (100%) DNA technisch zu rekonstruieren.
Spiegel-Online: Forscher erschaffen erstmals künstliches Leben