Heinz Oberhummer Award 2026
geht an SANDI TOKSVIG
Der österreichische Preis für „hervorragende Wissenschaftsvermittlung” wird wieder im Rahmen der Langen Nacht der Forschung verliehen und geht an die britische Schriftstellerin, Komikerin und Radio- und Fernsehmoderatorin Sandi Toksvig.
Die Lange Nacht der Forschung ist eine bundesweite Aktion des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung, des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus und des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Sie findet am Freitag, den 24. April 2025 von 17.00 Uhr bis 23.00 Uhr in ganz Österreich statt..
Der Heinz Oberhummer Award 2026 wird um 19 Uhr im Zuge einer Live-Gala-Vorstellung mit der Preisträgerin im NHM – Naturhistorischen Museum verliehen. Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird auch als Live-Stream im Internet zu sehen sein.
https://oberhummeraward.at/
https://langenachtderforschung.at/
Martin Puntigam über die Preisträgerin Sandi Toksvig
Sandi Toksvig wurde in Kopenhagen geboren und bekommt den Oberhummer Award 2026 als Zeichen der Solidarität mit Grönland gegen die transatlantischen Blödmänner.
Kleiner Scherz.
Sandi Toksvig erhält den Preis natürlich nicht wegen des Zufalls ihres Geburtsortes, sondern wegen ihres lebenslangen Engagements für Bildung und Gleichberechtigung.
Was hat sie im Laufe ihres Lebens alles geleistet?Nun, die Frage wäre eher: Was hat sie nicht alles geleistet?
Ob als Radio- und Fernsehmoderatorin, Autorin, Live-Comedian, politische Aktivistin oder Schauspielerin – sie hat stets gezeigt, dass politische Bildung kein elitäres Projekt ist, sondern eine Einladung an alle, sich zu engagieren. Mit analytischem Scharfsinn, historischem Wissen und großer sprachlicher Präzision entlarvt sie Falschinformationen, stärkt das kritische Denken und ermutigt die Menschen, politische Diskussionen nicht zu meiden, sondern sich ihnen zu stellen.
Im Jahr 2016 wurde sie Moderatorin der preisgekrönten Talkshow „QI“. „Quite Interesting“ – was je nach Betonung Erstaunen, Anerkennung oder freundliche Enttäuschung ausdrücken kann. Bei QI gilt Wissen als cool, interessant und bereichernd, anders als in unzähligen anderen vergleichbaren Formaten.
Und wer selbstständig denkt und nicht nur eine politische Meinung hat, sondern diese auch öffentlich äußert, wer sich für die Welt und im Idealfall für das gesamte Universum interessiert, wird mit Punkten belohnt. Anstatt als Besserwisser abgetan zu werden.
Was Toksvig jedoch auszeichnet, ist, dass sie den Menschen Politik mit einem Lächeln näherbringt, das so freundlich ist, dass man vielleicht erst später merkt, wie gründlich man gerade auseinandergenommen wurde.
Mit britischer Höflichkeit und dänischer Direktheit erinnert sie uns daran, dass Fakten nicht verhandelbar sind. Ob sie sich nun für LGBTQ+-Rechte einsetzt, für die Gleichstellung der Geschlechter kämpft oder uns in ihren Auftritten an ignorierte, unterdrückte und daher oft fast vergessene Frauen in der Wissenschaft erinnert – an Humor mangelt es nie. Und an Schalk. Und an Albernheit. Denn das Leben macht mit Humor mehr Spaß, aber auch, weil er unangenehme Botschaften leichter verdaulich macht.
Genau so, wie es Heinz Oberhummer als Mitbegründer der Science Busters beabsichtigt und überschwänglich vorgelebt hat.
Außerdem ist Sandi Toksvig Trägerin des Most Excellent Order of the British Empire, also des hervorragendsten Ordens des Britischen Weltreiches. Und wer sich offiziell einen Orden an die Brust heften darf, der derart österreichisch daherkommt, der ist für den Wissenschaftskommunikationspreis mit dem schönsten Pokal der Welt nachgerade wie gemacht.